Willkommen beim NABU Kreisverband Kassel

NABU auf dem Naturparkfest 2016

Infostand mit Themen rund um die Natur

NABU fordert Bewerbung auf hessisches Pilotprojekt

Kreisweiter Landschaftspflegeverein als Chance für nordhessische Kulturlandschaft

Der Naturschutzbund (NABU) Kreisverband Kassel Stadt und Land e.V. bestärkt die Forderungen des Naturschutzbeirates des Landkreises Kassel, sich im hessenweiten Wettbewerb um ein mehrjähriges Pilotprojekt zur Einrichtung eines Landschaftspflegeverbandes stark zu machen.

 

 

 

In ganz praktischer Art und Weise meistern die Landschaftspflegevereine die zahlreichen Herausforderungen moderner Kulturlandschaft und bieten Bürgern wie Kommunen Hilfestellungen an. In Deutschland existieren cirka 150 Landschaftspflegevereine, in denen 20.000 Landwirte, über 3.000 Kommunen und 1.000 Vereine Mitglied sind. Ein Landschaftspflegeverein setzt sich in sogenannter „Drittelparität“ zusammen. Das heißt, je ein Drittel der Entscheidungsträger/innen besteht aus Naturschützern, Landwirten und Kommunen. „So werden alte Gegner zu neuen Partnern“ sagte Markus Dietrich vom NABU Kreisvorstand. Vorsitzender Manfred Henkel ergänzt: „Wir haben im Sinne unserer Region ein großes Interesse konsensorientiert miteinander zu arbeiten. Doch fehlt uns bisher die Basis dafür. Ein solcher Verein, der nach der Phase der Anschubfinanzierung durch das Pilotprojekt, seine eigenen Finanzmittel erarbeitet, wäre ideal für alle Beteiligten“.

 

 

 

Kreisweite Landschaftspflegevereine entlasten vor allem die Kommunen. Sie erarbeiten sinnvolle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Dafür unterbreiten sie Vorschläge zur Umsetzung und Gewährleistung fachgerecht ausgeführter Pflege von geschützten Biotopen wie beispielsweise Feuchtwiesen, Magerrasen, naturnahe Stillgewässer oder auch Streuobstwiesen, für die eine gesetzliche Erhaltungspflicht besteht. Aus diesen Leistungen ergeben sich zusätzliche finanzielle Standbeine für Landwirte. 72% der Gesamtkosten für Landschaftspflegemaßnahmen gehen direkt an Partner vor Ort. Für gebietstypische landwirtschaftliche Produkte erarbeiten Landschaftspflegevereine neue Vermarktungsstrukturen. Desweiteren kümmern sie sich um die Mittelaquise für Naturschutz- und Landwirtschaftsprojekte wie Life+ und Naturschutzgroßprojeke. Beim „Abgreifen“ solcher Mittel hat der Landkreis Kassel gegenüber vielen anderen Landkreisen ein großes Defizit. Mit der Folge, dass die kreisweite naturtouristische Vermarktung wertvoller Kulturlandschaften in den Bereichen außerhalb des Naturparks Habichtswald z.B. wenig bis gar nicht gefördert wird. Eine nachhaltige Regionalentwicklung, die nicht nur Ökonomie und Ökologie in Einklang bringt, sondern auch die Menschen mit und in ihrer Heimat verbindet, sollte laut NABU Kreisverband das Ziel sein.

 

 

 

Forderung

 

Der NABU schließt sich daher den Forderungen des Naturschutzbeirates an, dass sich die Landkreisverwaltung für das Pilotprojekt des Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im eigenen Kreis einsetzen sollte. Der NABU bittet alle Kommune, dem Wunsch des fachlich versierten Naturschutzbeirates nachzukommen und die unverbindliche Willenserklärung ebenfalls zu unterzeichnen. Eine  Anschubfinanzierung über ein Pilotprojekt wäre ein großer Gewinn für die Region und die Zukunft unserer Kulturlandschaft.

 

 

Weitere Informationen zum Thema: www.lpv.de

 

Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016. Foto: NABU/Frank Derer
Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016. Foto: NABU/Frank Derer

Biologische Vielfalt "Hute am Seilerberg“

NABU-Stiftung übernimmt Fläche des Nationalen Naturerbes

NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe ist neue Eigentümerin des Nationalen Naturerbes „Hute am Seilerberg“. Die 183 Hektar große ehemalige Militärfläche soll langfristig als Hutweide und Mähwiese genutzt werden, um gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wie Kammmolch, Neuntöter und Heidenelke eine Heimat zu bieten. Bei der Übernahme des Schutzgebietes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zeigte sich der Stiftungsvorsitzende Hartmut Mai erfreut, die Verantwortung für die Wiesenflächen übernehmen zu können: „Wir empfinden es als besondere Verpflichtung, ein Stück des Nationalen Naturerbes zu betreuen und für künftige Generationen zu erhalten“. Die hessische Umweltministerin Priska Hinz betonte die große Bedeutung der Zusammenarbeit im Naturschutz: „Nur wenn alle gesellschaftlichen Akteure an einem Strang ziehen, lässt sich die biologische Vielfalt in Hessen dauerhaft sichern. Das Nationale Naturerbe ‚Hute am Seilerberg‘ ist ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Kooperation zum Wohl von Mensch und Natur“.


Die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe als neue Eigentümerin der Fläche und der vor Ort zuständige Bundesforstbetrieb Schwarzenborn als Dienstleister werden gemeinsam die umfassenden Betreuungs- und Naturschutzaufgaben, die das NNE mit sich bringt, erfolgreich umzusetzen.“ Der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler hob hervor, dass das Nationale Naturerbe einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leiste. „Um das fortschreitende Artensterben in Hessen zu beenden, brauchen wir aber auch eine naturschonende Bewirtschaftung auf der ganzen Fläche“, so Eppler. Der 1. Beigeordnete der Gemeinde Habichtswald Neidhard Heinemann stellte heraus, dass das Nationale Naturerbe auch eine regionale Anbindung benötige: „Wir erhoffen uns eine enge Kooperation mit der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, um zum Schutz der Artenvielfalt beitragen zu können und gleichzeitig die Begehbarkeit und Erlebbarkeit zu erhalten“. Im Rahmen der Übergabe unterzeichneten die NABU-Stiftung und die BImA einen Dienstleistungsvertrag für das Nationale Naturerbe „Hute am Seilerberg“. Der Seilerberg ist das zweite Schutzgebiet dieser Art, das der NABU-Stiftung übereignet wird.

NABU auf dem Hessentag in Hofgeismar 2015